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Lexikon des Einzelhandels

Von ABC-Analyse bis Zentrenrelevanz: Begriffe aus Handel, Kalkulation und Recht verständlich erklärt.

Symbolbild

Kalkulation

Bareinkaufspreis

Einkaufspreis nach Abzug von Liefererrabatt und Liefererskonto, vor Bezugskosten.

Deckungsbeitrag

Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten vom Umsatz zur Deckung der Fixkosten übrig bleibt.

Einstandspreis

Tatsächliche Kosten einer Ware bis sie im Laden steht: Einkaufspreis nach Rabatt und Skonto plus Bezugskosten.

Handelsspanne

Differenz zwischen Verkaufs- und Einstandspreis in Prozent des Verkaufspreises.

Kalkulationsfaktor

Zahl, mit der der Einstandspreis multipliziert wird, um den Verkaufspreis zu erhalten.

Kalkulationszuschlag

Aufschlag auf den Einstandspreis in Prozent, der Handlungskosten und Gewinn abdeckt.

Listeneinkaufspreis

Einkaufspreis laut Preisliste des Lieferanten, vor Abzug von Rabatten und Skonto.

Rabatt

Preisnachlass in Prozent oder Euro, im Einkauf vom Lieferanten, im Verkauf an die Kundschaft.

Rohertrag

Nettoumsatz minus Wareneinsatz, im Handel auch Handelsspanne in Euro.

Rückwärtskalkulation

Berechnung des höchsten zulässigen Einkaufspreises aus einem vorgegebenen Verkaufspreis.

Skonto

Preisnachlass für Zahlung innerhalb einer kurzen Frist statt zum Zahlungsziel.

Wareneinsatz

Einstandswert der in einem Zeitraum verkauften Ware.

Kennzahlen

Abverkaufsquote

Anteil der eingekauften Menge einer Ware, der innerhalb eines Zeitraums verkauft wurde.

Break-even

Umsatz, bei dem die Erlöse gerade alle Kosten decken, auch Gewinnschwelle genannt.

Durchschnittsbon

Durchschnittlicher Betrag eines Einkaufs, also Umsatz geteilt durch die Zahl der Kassenbons.

Filialisierungsgrad

Anteil der Geschäfte einer Stadt oder Branche, die zu einer Kette gehören.

Flächenproduktivität

Umsatz je Quadratmeter Verkaufsfläche in einem Zeitraum.

Inventurdifferenz

Unterschied zwischen Sollbestand laut Warenwirtschaft und Istbestand laut Zählung.

Lagerdauer

Durchschnittliche Zahl der Tage, die eine Ware bis zum Verkauf im Lager liegt.

Lagerumschlag

Wie oft sich der durchschnittliche Lagerbestand innerhalb eines Jahres erneuert.

Schwund

Warenverlust durch Diebstahl, Bruch, Verderb oder Fehler, sichtbar als Inventurdifferenz.

Verkaufsfläche

Fläche eines Geschäfts, die der Kundschaft zugänglich ist und dem Verkauf dient.

Recht

Belegausgabepflicht

Pflicht, Kunden bei jedem Verkauf über ein elektronisches Aufzeichnungssystem einen Beleg auszustellen.

Grundpreis

Preis je Kilogramm, Liter, Meter, Quadratmeter oder Kubikmeter, der neben dem Gesamtpreis anzugeben ist.

Inventur

Körperliche Bestandsaufnahme aller Vermögensgegenstände, im Handel vor allem des Warenbestands.

Kassen-Nachschau

Unangekündigte Prüfung der Kassenführung durch das Finanzamt während der Geschäftszeiten.

Ladenöffnungsgesetz

Landesgesetz, das regelt, wann Verkaufsstellen geöffnet sein dürfen.

Permanente Inventur

Inventurverfahren, bei dem Bestände laufend fortgeschrieben und über das Jahr verteilt gezählt werden.

Preisangabenverordnung

Verordnung, die regelt, wie Preise gegenüber Verbrauchern anzugeben sind.

Streichpreis

Durchgestrichener früherer Preis, mit dem eine Preisermäßigung beworben wird.

TSE

Zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung, die elektronische Kassenaufzeichnungen gegen Manipulation schützt.

Unverbindliche Preisempfehlung

Vom Hersteller empfohlener Endverkaufspreis, an den Händler nicht gebunden sind.

Verkaufsoffener Sonntag

Sonntag, an dem Geschäfte ausnahmsweise öffnen dürfen, festgesetzt nach Landesrecht.

Sortiment

ABC-Analyse

Methode, die Artikel nach ihrem Anteil an Umsatz oder Rohertrag in drei Klassen einteilt.

Category Management

Steuerung des Sortiments in Warengruppen, die aus Sicht der Kundschaft zusammengehören.

Eigenmarke

Produkt, das unter einer Marke des Händlers statt des Herstellers verkauft wird.

Kernsortiment

Die Waren, für die Kundschaft gezielt in ein Geschäft kommt und die sein Profil bestimmen.

Kommissionsware

Ware, die im Laden verkauft wird, aber bis zum Verkauf Eigentum des Lieferanten bleibt.

Mindestbestellmenge

Kleinste Menge, die ein Lieferant pro Bestellung oder Artikel abgibt.

Randsortiment

Ergänzende Waren, die das Kernsortiment abrunden und den Einkauf vervollständigen.

Sortimentsbreite

Zahl der verschiedenen Warengruppen, die ein Geschäft führt.

Sortimentstiefe

Zahl der Varianten innerhalb einer Warengruppe, etwa Marken, Größen, Farben und Preislagen.

Standort

Ankermieter

Geschäft mit großer Anziehungskraft, das Kundschaft in eine Lage oder ein Einkaufszentrum zieht.

Betriebspflicht

Vertragliche Pflicht eines Mieters, sein Geschäft zu bestimmten Zeiten geöffnet zu halten.

Einzelhandelskonzept

Planungsgrundlage einer Stadt, die zentrale Versorgungsbereiche und zentrenrelevante Sortimente festlegt.

Fachmarkt

Großflächiges Geschäft mit breitem und tiefem Sortiment einer Branche, meist am Stadtrand.

Kaufkraft

Für Konsum verfügbares Einkommen der Bevölkerung in einem Gebiet.

Lauflage

Einkaufslage mit hoher Passantenfrequenz, häufig in 1a-, 1b- und Nebenlagen unterteilt.

Nahversorgung

Versorgung der Bevölkerung mit Waren des täglichen Bedarfs in Wohnortnähe.

Passantenfrequenz

Zahl der Menschen, die in einem Zeitraum an einem Geschäft vorbeigehen.

Umsatzmiete

Mietmodell, bei dem ein Teil der Miete vom Umsatz des Mieters abhängt.

Zentraler Versorgungsbereich

Planungsrechtlich geschützter Bereich mit Einzelhandels- und Versorgungsfunktion, etwa Innenstadt oder Stadtteilzentrum.

Zentrenrelevantes Sortiment

Sortiment, das nach dem Einzelhandelskonzept einer Stadt in die Zentren gehört.

Steuern

Differenzbesteuerung

Besteuerung von Gebrauchtwaren, bei der nur die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis der Umsatzsteuer unterliegt.

Kleinunternehmerregelung

Umsatzsteuerbefreiung für Unternehmen mit geringem Umsatz nach § 19 UStG.

Umsatzsteuer

Steuer auf Lieferungen und Leistungen, umgangssprachlich Mehrwertsteuer.

Vorsteuer

Umsatzsteuer, die ein Unternehmen an Lieferanten zahlt und vom Finanzamt zurückfordern kann.

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